Die rumänische Rechtschreibung liefert deutliche Hinweise auf die Aussprache, aber nicht jeder Buchstabe entspricht immer genau einem Laut. Halte drei Dinge auseinander: B ist ein geschriebener Buchstabe, be oder bî ist ein Name für diesen Buchstaben und /b/ ist sein üblicher Laut in einem Wort wie bun (gut).
Wie leitest du die Aussprache aus der Schreibweise ab?
Lerne zuerst die regelmäßigen Lautmuster etablierter rumänischer Wörter. Schlage dann in einem aktuellen Wörterbuch nach, wenn ein Lehnwort, ein Name oder eine Ausnahmeschreibung nicht diesen Mustern folgt.
- Ein Buchstabe ist ein geschriebenes Zeichen: ș ist ein Buchstabe des rumänischen Alphabets.
- Ein Buchstabenname wird beim Buchstabieren oder Aufsagen des Alphabets gesprochen: Der Buchstabe ș kann șe oder șî heißen.
- Ein Laut gehört zur gesprochenen Sprache: In șapte (sieben) steht ș normalerweise für /ʃ/.
- Ein Buchstabe kann je nach Umgebung für verschiedene Laute stehen. Umgekehrt können mehrere Buchstaben gemeinsam einen einzigen Konsonantenlaut darstellen.
Was bedeuten die IPA-Zeichen?
Das Internationale Phonetische Alphabet (IPA) weist jedem Laut ein festes Zeichen zu, statt seine Aussprache mit den Mitteln der deutschen Rechtschreibung zu umschreiben. Schrägstriche kennzeichnen eine allgemeine Lautkategorie wie /r/. Eckige Klammern können eine genauere physische Aussprache angeben, etwa den mit einem kurzen Zungenschlag gesprochenen Laut [ɾ]. Das IPA-Zeichen /j/ bezeichnet den Gleitlaut am Anfang von eu, während der rumänische Buchstabe j für /ʒ/ steht.
Wie sprichst du die sieben Vokallaute aus?
Das Rumänische hat sieben grundlegende Vokallaute: /a, e, i, o, u, ə, ɨ/. Die beiden Buchstaben â und î stehen für denselben Vokal /ɨ/. Somit werden sieben Laute mit acht gebräuchlichen Vokalbuchstaben geschrieben.
| Schreibung | IPA (breit) | Bildung des Vokals | Beispiele |
|---|---|---|---|
| a | /a/ | Ein offener, gleichmäßig gehaltener Vokal ohne zusätzlichen Gleitlaut | pat (Bett), mare (groß) |
| ă | /ə/ | Ein zentraler Vokal mit entspannter Zunge; im Rumänischen ist er ein vollwertiger Vokal | măr (Apfel), casă (Haus) |
| â, î | /ɨ/ | Ein geschlossener zentraler ungerundeter Vokal; beide Buchstaben stehen für denselben Laut | mână (Hand), în (in) |
| e | /e/ | Ein gleichmäßig gehaltener mittlerer Vorderzungenvokal ohne zusätzlichen Gleitlaut | bec (Glühbirne), verde (grün) |
| i | /i/ | Ein geschlossener ungerundeter Vorderzungenvokal | mic (klein), bine (gut) |
| o | /o/ | Ein gleichmäßig gehaltener mittlerer gerundeter Hinterzungenvokal ohne zusätzlichen Gleitlaut | om (Person), nor (Wolke) |
| u | /u/ | Ein geschlossener gerundeter Hinterzungenvokal | unu (eins), bun (gut) |
Behandle ă nicht als unwichtigen schwachen Laut, der einfach wegfallen kann, und ersetze /ɨ/ nicht durch /i/ oder /u/. Wie der Artikel über rumänische Diakritika erklärt, unterscheiden die Buchstaben und ihre Zeichen tatsächlich verschiedene rumänische Wörter.
Welche Konsonanten brauchen besondere Aufmerksamkeit?
Die meisten Konsonantenbuchstaben haben in etablierten rumänischen Wörtern einen stabilen Lautwert. Die folgenden sechs Konsonanten sind jedoch wichtig, um typische Anfängerfehler zu vermeiden.
| Buchstabe | IPA (breit) | Hinweis zur Aussprache | Beispiele |
|---|---|---|---|
| ș | /ʃ/ | Ein stimmloser postalveolarer Reibelaut | șapte (sieben), ușă (Tür) |
| ț | /t͡s/ | Ein einziger stimmloser Laut aus Verschluss und Reibung (Affrikate), nicht zwei zeitlich getrennte Konsonanten | țară (Land), față (Gesicht) |
| j | /ʒ/ | Das stimmhafte Gegenstück zu /ʃ/; nicht der IPA-Gleitlaut /j/ | joi (Donnerstag), ajutor (Hilfe) |
| r | /r/ | Meist ein kurzer Schlag mit der Zungenspitze [ɾ] oder ein gerollter Laut [r], kein Approximant wie das englische r | ramă (Rahmen), mare (groß) |
| t | /t/, meist [t̪] | Normalerweise dental, mit der Zunge an oder nahe den oberen Schneidezähnen | tată (Vater), pat (Bett) |
| d | /d/, meist [d̪] | Das stimmhafte dentale Gegenstück zu t | doi (zwei), pod (Brücke) |
Wie ändern sich C und G vor E und I?
In den meisten rumänischen Wörtern haben einfaches c und g vor e oder i die Konsonantenwerte /t͡ʃ/ und /d͡ʒ/. Durch ein h in che, chi, ghe, und ghi bleiben vor diesen Vokalen die Werte /k/ beziehungsweise /ɡ/ erhalten.
| Schreibumgebung | Üblicher Konsonantenwert | Beispiele |
|---|---|---|
| c vor a, ă, â, î, o, u oder einem Konsonanten | /k/ | casă (Haus), cânt (ich singe), clar (klar) |
| g vor a, ă, â, î, o, u oder einem Konsonanten | /ɡ/ | gară (Bahnhof), gând (Gedanke), grup (Gruppe) |
| ce, ci | /t͡ʃ/ | cer (Himmel), cine (wer) |
| ge, gi | /d͡ʒ/ | ger (Frost), gin (Gin) |
| che, chi | /k/ | chem (ich rufe), chitară (Gitarre) |
| ghe, ghi | /ɡ/ | ghem (Garnknäuel), ghid (Leitfaden) |
- In che, chi, ghe, und ghi gehört h zur Buchstabengruppe; es wird nicht als eigener Laut /h/ ausgesprochen.
- Die Tabelle verwendet Beispiele, in denen e oder i als Vokal zu hören ist. Komplexere Fragen zur Laut- und Silbenzählung behandelt der Artikel über rumänische Silben.
- Einige etablierte Lehnwörter behalten herkunftsbedingte Ausnahmewerte: Beispielsweise steht ci in ciclamen und citronadă für /s/. Schlage ein unbekanntes Lehnwort in einem aktuellen Wörterbuch nach.
Wann beginnt ein E am Wortanfang mit dem Gleitlaut /j/?
Ein geschriebenes e am Wortanfang beginnt nur bei einer kleinen, geschlossenen Gruppe von Personalpronomen und Formen von a fi (sein) mit /j/. Übertrage das nicht auf jedes Wort mit anfänglichem e.
| Gruppe | Gesprochener Anfang | Formen |
|---|---|---|
| Personalpronomen | /je-/ | eu, el, ei, ele |
| Personalpronomen im Femininum Singular | /ja-/ | ea |
| Formen von a fi | /je-/ | e, ești, este, eram, erai, era, erați, erau |
| Andere häufige Wörter mit anfänglichem e | /e-/ | elev, efect, examen |
Der erste Laut in eu und este ist daher der IPA-Gleitlaut /j/, während elev direkt mit /e/ beginnt. Bei allen gezeigten Formen bleibt die Schreibung e; die Aussprache rechtfertigt kein zusätzliches geschriebenes i.
Wie sprichst du X aus?
In etablierten rumänischen Wörtern steht x gewöhnlich für /ks/ oder /ɡz/. Bestimmte Positionen liefern nützliche Anhaltspunkte, doch der Lautwert zwischen Vokalen folgt keiner lückenlosen Regel. Fremde Schreibungen können außerdem andere Werte bewahren.
| Lautwert | Nützliche Orientierung | Beispiele |
|---|---|---|
| /ks/ | Regelmäßig am Anfang oder Ende vieler Wörter sowie in vielen Konsonantenverbindungen | xilofon (Xylofon), pix (Stift), excepție (Ausnahme) |
| /ɡz/ | Bei einer Gruppe von Wörtern bildungssprachlichen Ursprungs, häufig zwischen Vokalen | examen (Prüfung), exact (genau), exemplu (Beispiel) |
Da ein x zwischen Vokalen dennoch /ks/ sein kann, darfst du die zweite Tabellenzeile nicht als allgemeine Regel verstehen. Fremde Schreibungen können auch andere Werte bewahren: DOOM3 verzeichnet /s/ in Bruxelles und bruxellez sowie keinen x-Laut in Bordeaux. Präge dir die Aussprache zusammen mit dem Wort ein oder prüfe sie in einem aktuellen Wörterbuch.
Was gilt für Lehnwörter und unbekannte Wörter?
Die Buchstaben k, q, w, und y gehören zum rumänischen Alphabet, kommen aber besonders in Lehnwörtern und Namen vor. Ihre Lautwerte sowie die Werte vertrauter Buchstaben in fremden Schreibungen können aus der Herkunftssprache übernommen oder im Rumänischen angepasst werden. Weder eine Aussprachevermutung nach deutschen Regeln noch der rumänische Buchstabenname legt die Aussprache eindeutig fest. Nutze bei einem unbekannten Wort den Artikel über Lehnwörter und ein aktuelles Wörterbuch.
Häufige Fehler
- Verwechsle nicht den geschriebenen Buchstaben, seinen Buchstabennamen und den Laut, für den er in einem Wort steht.
- Sprich einfaches c und g nicht vor jedem Vokal gleich aus: cine und gin beginnen mit /t͡ʃ/ und /d͡ʒ/.
- Sprich in den rumänischen Buchstabengruppen che, chi, ghe, und ghi kein eigenes /h/ aus.
- Setze nicht vor jedes e am Wortanfang ein /j/: este beginnt mit /je-/, elev dagegen mit /e-/.
- Nimm weder an, dass jedes x für /ks/ steht, noch dass jedes Lehnwort unverändert wie in seiner Herkunftssprache ausgesprochen wird.
Welche Aussage unterscheidet Buchstabe, Buchstabenname und Laut richtig?
- Be ist ein Buchstabe, B ein Laut und /b/ ein Wort.
- B ist ein Buchstabe, be oder bî ist sein Name und /b/ sein üblicher Laut in bun.
- /b/ ist ein Buchstabenname, während B und be zwei Laute sind.
- B, be und /b/ sind austauschbare Bezeichnungen für dasselbe geschriebene Zeichen.
B ist der geschriebene Buchstabe, be und bî sind gebräuchliche Namen dafür und /b/ bezeichnet den üblichen Konsonantenlaut dieses Buchstabens in bun.
Welches IPA-Zeichen in breiter Transkription steht für den Vokal, der sowohl mit â als auch mit î geschrieben wird?
- /ɨ/
- /ə/
- /i/
- /u/
 und î sind verschiedene Buchstaben und werden nach unterschiedlichen Rechtschreibregeln verwendet. Beide stehen normalerweise für den geschlossenen zentralen ungerundeten Vokal /ɨ/.
Welches Wort beginnt nach den rumänischen Leseregeln für C und CH mit /k/?
- cine
- chem
- ger
- gin
Chem beginnt mit che: Das h erhält vor e den Lautwert /k/. Cine beginnt mit /t͡ʃ/, ger und gin dagegen mit /d͡ʒ/.
Welche Aussage wendet die Regel für E am Wortanfang richtig an?
- Elev und este beginnen beide mit /je-/.
- Elev beginnt mit /je-/, este dagegen mit /e-/.
- Jedes rumänische Wort mit e am Anfang beginnt auch mit /j/.
- Elev beginnt mit /e-/, este dagegen mit /je-/.
Este gehört zu der geschlossenen Gruppe von Formen von a fi, die mit /je-/ beginnen. Elev wird dagegen mit einfachem /e-/ am Wortanfang ausgesprochen.
Welche Aussage gibt eine verlässliche Orientierung für X und Lehnwörter?
- X steht immer für /ks/, auch in examen.
- Jedes Wort mit w muss wie im Englischen ausgesprochen werden.
- In etablierten rumänischen Wörtern steht x meist für /ks/ oder /ɡz/; bei unbekannten fremdsprachigen Schreibungen kann eine Wörterbuchprüfung nötig sein.
- Der Name eines in Lehnwörtern verwendeten Buchstabens bestimmt seinen Lautwert in jedem Wort.
Die gebräuchlichen rumänischen Lautwerte von x sind /ks/ und /ɡz/, während fremde Schreibungen andere Werte bewahren können. Ein aktuelles Wörterbuch ist zuverlässiger als eine vermeintlich allgemeingültige Deutung der Schreibweise.